Dein Körper denkt, wir leben noch in der Steinzeit
„Ich esse wieder ganz normal – und nehme sofort wieder zu.“ (Jo-Jo-Effekt)
Viele Frauen kennen genau dieses Gefühl. Nach Monaten voller Disziplin haben sie endlich ihr Wunschgewicht erreicht. Sie haben auf Süßigkeiten verzichtet, Kalorien gezählt und konsequent durchgehalten. Irgendwann kommt dann der Moment, an dem sie sich sagen: Jetzt kann ich doch wieder ganz normal essen.
Doch schon nach kurzer Zeit zeigt die Waage wieder nach oben. Die Enttäuschung ist groß und die Schuld suchen die meisten bei sich selbst.
„Ich hätte einfach konsequenter bleiben müssen.“
„Mir fehlt wohl die Disziplin.“
Dabei liegt die Ursache häufig gar nicht im eigenen Verhalten, sondern in einem uralten Schutzmechanismus unseres Körpers.
Dein Körper kennt keine Supermärkte
Unser Körper ist erstaunlich intelligent. Allerdings lebt er biologisch noch immer in einer Welt, die mit unserem heutigen Alltag kaum etwas gemeinsam hat.
Stell dir vor, du wärst eine Jägerin und Sammlerin vor zehntausenden von Jahren. Die Jagd bleibt über Wochen erfolglos, essbare Pflanzen sind nur schwer zu finden und jeden Tag nimmst du etwas weniger Nahrung zu dir als gewöhnlich. Für deinen Körper gibt es in dieser Situation nur eine logische Erklärung: Es herrscht Nahrungsmangel.
Er weiß schließlich nicht, dass sich ein paar Straßen weiter ein Supermarkt befindet oder dass morgen wieder ausreichend Lebensmittel verfügbar sein werden. Für ihn beginnt vielmehr eine Phase, in der das Überleben gesichert werden muss.
Und genau darauf reagiert er.
Wenn der Körper in den Sparmodus schaltet
Sobald dein Körper davon ausgeht, dass Nahrung knapp wird, versucht er so viel Energie wie möglich einzusparen. Dieser Prozess geschieht größtenteils unbewusst. (Warum kurze Kaloriendefizite oft besser funktionieren)
Vielleicht bewegst du dich im Alltag etwas weniger, ohne es zu merken. Vielleicht frierst du häufiger oder fühlst dich schneller erschöpft. Gleichzeitig meldet sich der Hunger immer öfter und auch der Appetit auf energiereiche Lebensmittel nimmt zu.
Aus heutiger Sicht erscheint das zunächst unfair. Aus Sicht der Evolution ist es jedoch ein geniales Überlebensprogramm. Wer während einer Hungersnot möglichst wenig Energie verbraucht und jede verfügbare Kalorie sinnvoll nutzt, hatte deutlich bessere Chancen zu überleben und diese Gene weiterzugeben.
Warum das heute zum Problem wird
Genau dieser Mechanismus begleitet uns bis heute. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass wir längst nicht mehr in einer Welt leben, in der Nahrung knapp ist.
Während eine Diät für uns eine bewusste Entscheidung ist, kann unser Körper diesen Unterschied nicht erkennen. Für ihn fühlt sich eine monatelange Kalorienreduktion genauso an wie eine längere Phase des Nahrungsmangels.
Deshalb reagiert er mit denselben Schutzmechanismen wie vor Tausenden von Jahren. Er arbeitet also nicht gegen dich – im Gegenteil. Er versucht genau das zu tun, wofür er entwickelt wurde: dein Überleben zu sichern.
Warum das Gewicht nach einer Diät häufig zurückkehrt
Nach einer längeren Diät beginnen viele Menschen verständlicherweise wieder etwas entspannter zu essen. Gleichzeitig ist der Energieverbrauch des Körpers häufig noch etwas geringer als vor der Diät und der Hunger oftmals stärker ausgeprägt. Hinzu kommt, dass nach Monaten des Verzichts viele Lebensmittel wieder besonders verlockend wirken.
Diese Kombination kann dazu führen, dass das verlorene Gewicht schneller zurückkehrt, als man erwartet hätte. (Jo-Jo-Effekt)
Viele Frauen beschreiben dieses Gefühl mit den Worten:
„Es ist, als würde mein Körper alles sofort wieder speichern.“
Tatsächlich versucht der Körper lediglich, sich auf mögliche zukünftige Mangelsituationen vorzubereiten – genauso, wie er es seit Jahrtausenden gelernt hat.
Warum der Körper nicht sofort umschaltet
Stell dir vor, nach einer langen Dürre beginnt es endlich wieder zu regnen. Würde die Natur sofort davon ausgehen, dass nun dauerhaft genug Wasser vorhanden ist? Wahrscheinlich nicht. Erst wenn über einen längeren Zeitraum ausreichend Regen fällt, kehrt langsam wieder Sicherheit ein.
Mit unserem Körper verhält es sich ähnlich. Nach einer längeren Diät schaltet er nicht von heute auf morgen wieder auf „Überfluss“. Er braucht Zeit, um Vertrauen zu fassen, dass tatsächlich dauerhaft genügend Energie zur Verfügung steht.
Genau deshalb fällt es vielen Menschen so schwer, ihr Gewicht nach einer erfolgreichen Abnahme langfristig zu halten.
Die Lösung ist nicht noch weniger essen
Viele reagieren auf die ersten zusätzlichen Kilos mit der nächsten Diät. Noch weniger Kalorien. Noch strengere Regeln. Noch mehr Verzicht.
Doch häufig verstärkt genau das den Kreislauf, aus dem sie eigentlich ausbrechen möchten.
Deshalb verfolgen wir bei Schmidt & Frühling einen anderen Ansatz. Unser Ziel ist es nicht, den Körper immer wieder in einen künstlichen Mangel zu schicken. Stattdessen möchten wir Bedingungen schaffen, unter denen sich der Körper sicher fühlt und nicht permanent Energie sparen muss.
Denn nachhaltiges Abnehmen bedeutet nicht, den eigenen Körper zu bekämpfen. Es bedeutet, seine natürlichen Schutzmechanismen zu verstehen und mit ihnen zu arbeiten.
Die wichtigste Erkenntnis
Dein Körper lebt biologisch noch immer nach einem uralten Überlebensprogramm. Eine lange Diät interpretiert er nicht als bewusste Entscheidung zum Abnehmen, sondern als eine Phase des Nahrungsmangels. Deshalb spart er Energie und versucht, dich bestmöglich zu schützen.
Genau deshalb ist dein Körper nicht dein Gegner.
Er tut jeden Tag das, was er seit Tausenden von Jahren gelernt hat: Er kämpft für dein Überleben.
Und genau dieses Verständnis ist der erste Schritt zu einem nachhaltigen und entspannten Weg beim Abnehmen.
